Kaffeekapseln und Kaffeekapselmaschine im Trend, aber…

Kleine Kapseln – aus Metall oder Plastik – gefüllt mit Kaffeepulver, durch die eine Maschine Wasserdampf hindurchpresst und aus denen am Ende wohlschmeckender Kaffee herauskommt: Das war lange, z.B. für den Liebhaber eines frisch gebrühten Kaffees, sicher ein No-Go. Doch für viele Verbraucher hat diese Vorstellung, ungeachtet aller Kritik (mehr dazu weiter unten), einen guten Klang: Jeder kann eine Kaffeekapselmaschine mit Leichtigkeit bedienen, denn über die richtige Zubereitung von Kaffee, z.B. über die richtige Dosierung, muss man nichts wissen. Die Kaffeekapselmaschine nimmt einem alles ab. Aus jeder Kapsel lässt sich exakt eine Single-Portion gewinnen: wie praktisch! Und sicher mit ein gewichtiger Grund, dass die Umsatzzahlen für Kaffeekapseln und die passenden Maschinen dazu in den vergangenen Jahren geradezu explodiert sind und der sich der Trend ungebrochen fortsetzt.

Die Kapsel wird in ein dafür vorgesehenes Fach der Maschine gelegt, dann in einem speziellen Prozess durch eine Vielzahl kleiner Nadeln aufgestochen, heißes Wasser strömt hinein, die Kapsel wird aufgebläht, und der Kaffee kann ausfließen.

Nespresso und die  Konkurrenz

Der unumstrittene Marktführer beim Kaffee aus Kapseln ist Nespresso von Nestlé, aber auch weitere Hersteller beanspruchen ihren Marktanteil: Tchibo will mit dem Cafissimo-System überzeugen, Kraft Foods setzt auf Tassimo, ebenfalls von Nestlé kommt Dolce Gusto. Auch Aldi ist seit 2014 mit dem Expressi-System auf dem Markt und auch der italienische Groß-KaffeerösterLavazza wartet  mit einem eigenen System auf.

Aldi-Mitbewerber Lidl beschränkt sich derzeit auf den Kapselmarkt mit Kapseln für das Nespresso-System, die zwar günstiger als die Nespresso-Originale sind, uns jedoch geschmacklich nicht überzeugen können. Das gilt auch für San Fabio, die Hausmarke von Penny, die unschlagbar günstig zu bekommen ist (kürzlich gesehen im Anbebot für unter 1,30 für 10 Kapseln), aber was nützt die billigste Tasse Kaffee, wenn sie nicht schmeckt.

Kaffee aus Kapseln – Genuss mit Vorbehalt

Im Fokus der Kritik bei Kaffeekapsel-Systemen steht der hohe Preis. Bei Nespresso beispielsweise sind dies 35 Cent je Kapsel, bei Tchibo 29 Cent und selbst bei Aldi immer noch knapp 20 Cent. Das klingt zwar gar nicht so viel, doch die Hochrechnung zeigt: Während ein Pfund Kaffee, gemahlen oder als Pulver, in der Regel nicht mehr als 6 Euro kostet, kommt die gleiche Menge in Kaffeekapseln hingegen fast auf das 6-fache. Viele Kritiker der Kaffeekapsel-Systeme veranlasst die Kostenfrage deshalb zu einem unverständlichen Kopfschütteln.

Das Problem mit der Entsorgung

Auch das Argument, die Kapseln aus Aluminium oder Plastik stellten bei ihrer Entsorgung eine viel zu große Belastung für die Umwelt dar, ist allgegenwärtig. Der Preis für die Umwelt ist ein dauerhaftes Diskussionsthema. Denn die leeren Kapseln verursachen eine Menge Müll. Zwar rechtfertigt sich nahezu jeder Kaffeeproduzent mit seinen Bemühungen um Nachhaltigkeit, doch am Ende steht eine nicht besonders gute Bilanz in den Statistiken: In Sachen Umweltverträglichkeit rangieren die Kaffeekapseln jeder Art ganz hinten. Vorne landet der gute alte Filterkaffee. Dem stetigen Wachstum der Kaffeekapsel-Systeme tut das eine wie das andere Argument dagegen offenbar keinen Abbruch.

Nespresso Kaffeekapseln – Kaffeegenuss vom Marktführer

Maschine auf, Kapsel rein, Knopf drücken und fertig ist der Ristretto, der Espresso oder der Lungo, auch als Basis für leckeren Cappuccino oder Latte Macchiato. So einfach geht das! Hinzu kommt: Der Nespresso Lifestyle-Faktor ist unübertroffen. Dabei ist das System der kleinen Kaffeekapseln nichts Neues. Es wurde 1970 von Nestlé erfunden, verschwand dann in irgendeiner Schublade, bis es Mitte der 1980-er in der Schweiz auf den Markt gebracht wurde – ein Flop! Der große Erfolg aber kam dann doch noch: Mitte der 1990-er Jahre mit einer cleveren Marketing Strategie, die Nespresso als hochwertiges Lifestyle-Produkt positionierte. Der Kapselkaffee bekam ein Upgrade, vielversprechende Bezeichnungen (z.B. Grands Crus) und die dazugehörigen Nespresso-Maschinen ein schickes Design. Das System, Kaffeepulver in Aluminiumkapseln  mit optimalem Innendruck hermetisch zu versiegeln, ist ein exklusives Nespresso-Verfahren und garantiert, dass die vielfältigen Aromen bis zum Gebrauch vollständig erhalten bleiben.

Wir finden: Der Geschmack von Nespresso-Kaffee überzeugt auf ganzer Linie! Die Nespresso-Kapseln gibt es allerdings nur in stylischen Nespresso-Shops oder online zu kaufen, exklusiv für Mitglieder der inzwischen großen Nespresso-Familie. Exklusiv ist auch der Preis, hochgerechnet auf ein Kilogramm Kaffee. Er relativiert sich etwas aufgrund hoher Ergiebigkeit. Doch kommen Ristretto und Co. noch immer auf 35 Cent pro Portion.

Die Kaffeekapsel-Konkurrenz mit eigener Kaffeekapselmaschine

Alternative Systeme auf dem Vormarsch

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Herstellern, die in der Vergangenheit ebenfalls Kaffeekapselmaschinen auf den Markt gebracht und etabliert haben. Hier die bekanntesten:

Tassimo

Die T-Disc, die Kapsel für das Tassimo-System, wird vom US-Unternehmen Kraft Foods hergestellt und kann sich, seit der Markteinführung 2005, wachsender Verkaufszahlen erfreuen. Vorteil des Tassimo-Systems ist, dass die Kapseln in nahezu jedem Supermarkt zu bekommen sind. Die Kapseln selbst bestehen aus Kunststoff. Hersteller der dazu gehörigen Kaffeekapselmaschinen ist Bosch. Diese Maschinen funktionieren allerdings nicht mit allen Kapseln, sondern nur mit denen bekannter Konzernmarken wie beispielsweise Jacobs.

Dolce Gusto

Wie Nespresso stammt auch das Kapselsystem Dolce Gusto von Nestlé, die Kaffeekapselmaschinen wurde in Kooperation mit Krups entwickelt. Dieses System gibt es seit 2007 auf dem deutschen Markt, die Kapseln, sie bestehen aus Kunststoff,  gibt es überall zu kaufen.

Cafissimo

Von Tchibo wird das Kapselsystem Cafissimo angeboten, es ist seit 2005 auf dem deutschen Markt. Anders als bei den anderen genannten Systemen reicht bei Cafissimo ein einziger Tastendruck nicht aus. Zur Zubereitung der Kaffeespezialitäten wie Latte Macchiato oder Cappuccino sind immer zwei Schritte nötig, was jedoch nicht unbedingt ein Nachteil sein muss: Immerhin kann so auf Milchpulver verzichtet werden.

Lavazza A Modo Mio

Auch die italienischen Espressospezialisten von Lavazza bieten ein System mit eigenen Kaffeekapselmaschinen an. Kaffee aus Kaffeekapseln von Lavazza A Modo Mio hat uns im Test positiv überrascht!

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Die Kaffeekapselmaschine liefert leckeren Kaffee aus bunten Kapseln. Sind sie zu teuer und zu belastend für die Umwelt?

DeLonghi EN 167.CW Nespresso Citiz Kapselmaschine

Nespresso Citiz Kapselmaschine
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Handhabung
Geschmack
Preis-Leistung

Die Kaffeekapselmaschine DeLonghi EN 167.CW Nespresso Citiz  ist eine unserer Favoriten. Obwohl schon ein Klassiker im Sortiment, würden wir sie jederzeit einer neueren Maschine wie der Inissia vorziehen.

+ Sehr gute Bedienbarkeit

+ Hochwertige Materialanmutung

+ Retrodesign

+ Vergleichsweise großer Wassertank (ca. 1 Liter)

+ Ausgereiftes Modell

– Keine Ristrettotaste